Erkenntnisse der Zugangsstudie

Die Erkenntnisse der Studie sind in verschiedenen Publikationen veröffentlicht. Besonders empfehlen möchten wir die Broschüre, die einen guten Überblick zu den zentralen Erkenntnissen verschafft und das Buch zur Zugangsstudie, dass die Gesamtheit der wissenschaftlichen Erkenntnisse darstellt.

Die Broschüre ist im Downloadbereich verfügbar und das Buch kann hier bestellt werden.

Kernaussagen der Zugangsstudie:

  • 26 Prozent der jungen Menschen haben bereits Erfahrungen mit einem Format des internationalen Jugendaustauschs (Kernbereich der Formateklassifikation) gemacht.
  • Das Interesse der Jugendlichen an einem Format des internationalen Jugendaustausches teilzunehmen ist generell nicht von ihrer Milieuzugehörigkeit abhängig. Interessierte Jugendliche finden sich in allen Milieus. (Grundlage: Modell der SINUS-Lebenswelten)
  • Es ist davon auszugehen, 63% aller Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein potenzielles Interesse an Formaten des internationalen Jugendaustausches haben: Die Forscher*innen identifizierten drei Gruppen von Jugendlichen, die als potentiell interessierte Zielgruppen für Angebote des internationalen Jugendaustauschs gelten können.
    • Aktuelle Zielgruppe (26%): Die Jugendlichen dieser Gruppe, die „Austauscherfahrenen“, haben schon mindestens einmal an einem Formate des internationalen Jugendaustauschs teilgenommen.
    • Interessierte Gruppe 1 (16%): Diese Gruppe hat bereits an organisierten Auslandsaufenthalten teilgenommen, allerdings noch nicht an einem Format des internationalen Jugendaustauschs. Sie sind grundsätzlich an weiteren Formaten des internationalen Jugendaustausches interessiert.
    • Interessierte Gruppe 2 (11%): Die Jugendlichen dieser Gruppe sind auslandsunerfahren, aber generell an Formaten des internationalen Jugendaustausches interessiert.
  • Es gibt nicht EIN ausschlaggebendes Motiv für eine Teilnahme; besonders bedeutsam sind intrinsische Motive (Spaß, neue Erfahrungen, andere Kultur kennenlernen etc.).
  • Die IKO-Befragung der Nicht-Teilnehmer*innen am internationalen Jugendaustausch hat ergeben, dass die Gründe, warum sie bislang nicht an einem internationalen Austauschprogramm teilgenommen haben sowohl struktureller (u.a. mangelnde Informationen, Annahme über hohe Kosten, Fokussierung der Jungendlichen auf Schulisches/Berufliches) als auch individueller Natur (u.a. Ängstlichkeit, Trennungsängste, fehlendes Zeitfenster, Beeinflussung durch Umfeld) sind.
  • Peers sind zentrale Motivatoren für die Teilnahme an internationalem Jugendaustausch, sie sind auch wichtigste Informationsquelle mit Blick auf entsprechende Angebote; häufig geschieht dies via Social Media.
  • Aufenthalte werden nach einer Teilnahme als sehr positiv wahrgenommen, 70% würden wieder ein solches oder ähnliches Angebot nutzen. Ein hohes Potenzial ist somit in der Gruppe der Erfahrenen zu sehen, die gerne weitere Angebote nutzen möchten. Es können aber auch weitere Zielgruppen identifiziert werden.
  • strukturelle Zugangsbarrieren: Die durch den Forschungsschwerpunkt Nonformale Bildung der TH Köln durchgeführten Expert*inneninterviews haben ergeben, dass strukturelle Zugangsbarrieren auf zwei Ebenen zu finden sind: Auf der Organisations- und Repräsentationsebene.
    • Auf der Repräsentationsebene kursieren und reproduzieren sich bestimmte Bilder über Jugendliche, die sich als Zugangsbarrieren manifestieren. Dazu zählen die Kategorisierung von Jugendlichen nach einer binären Struktur ( bspw. „benachteiligt“ und „nicht-benachteiligt“, „politikfern“ und „nicht-politikfern“, „behindert“ und „nicht behindert“) und die Auswahl der teilnehmenden Jugendlichen auf der Grundlage von Benehmen, Verhalten und Kontakt zu Schlüsselpersonen. à Benachteiligung wird als Kategorie und individuelles Defizit konstruiert (diskursive Hürden).
    • Auf der Organisationsebene entstehen Barrieren durch bürokratische und aufwändige Förderstrukturen, Komplexität der Anträge, mangelnde finanzielle Ausstattung der internationalen Jugendarbeit und eine bislang unzureichende Stärkung der internationalen Jugendarbeit auf lokaler Ebene.