Forschungspartner*innen & Teilstudien

Die Zugangsstudie ist in einen Theorie- und Forschungsdiskurs zur Internationalen Jugendarbeit eingebettet, der in den letzten Jahren parallel zur Praxis durch eine psychologische Forschung zum Jugendaustausch und eine sozialpädagogische Jugendarbeitsforschung gekennzeichnet ist.

Die Zugangsstudie war daher interdisziplinär und multimethodisch konzeptioniert, sodass verschiedene wissenschaftliche Perspektiven zusammenkamen. Folgende Forschungspartner*innen waren an der Studie beteiligt:

Aus der Position der Milieu- und Jugendforschung des SINUS-Instituts (Dr. Silke Borgstedt) wurde eine repräsentative Befragung von 2.380 jungen Menschen im Alter von 14 bis 27 Jahren durchgeführt, mit der genaue Aussagen zu internationalen Formaten, ihren Teilnehmenden und Nicht-Teilnehmenden getroffen werden konnten. Die Daten wurden mittels einer Onlinebefragung (N=2.000) sowie einer persönlichen Befragung (N=380) erhoben.

Aus psychologischer Sicht untersuchte das Institut für Kooperationsmanagement IKO (Heike Abt) anhand von qualitativen Daten aus 49 Interviews die Gruppe der bisher Nicht-Teilnehmenden und erstellte eine Typologie dieser Gruppe. Dazu wurden vom Forschungspartner SINUS Kontakte aus deren Befragung zur Verfügung gestellt. Außerdem wurde im Vorfeld eine Literaturanalyse zum Thema "Zugangsbarrieren zur Internationalen Jugendarbeit" durchgeführt.

Ergänzt und angereichert wurden die Befunde durch eine quantitative Sonderauswertung von Daten aus i-EVAL, einem Selbstevaluationstool für internationale Jugendbegegnungen, durch den Forschungsverbund Freizeitenevaluation (Prof. Dr. Wolfgang Ilg, EH Ludwigsburg, Judith Dubiski, TH Köln). Hierbei wurden die Befragungsergebnisse zu Erwartungen und Erfahrungen von Teilnehmenden an internationalen Jugendbegegnungen ausgewertet. Die Forscher*innen implementierten zudem eine langfristig angelegte Panelstudie mithilfe von i-EVAL und werteten einen ersten Befragungsdurchgang aus.

Aus Sicht einer theoretisch erweiterten Jugendarbeitsforschung untersuchte der Forschungsschwerpunkt Nonformale Bildung der Technischen Hochschule Köln (Prof. Dr. Andreas Thimmel und Zijad Naddaf) strukturelle Rahmenbedingungen der Internationalen Jugendarbeit. Dazu wurden 40 Expert*innen und eine Gruppe Jugendlicher befragt. Die Forscher fassten darüber hinaus die Ergebnisse der Einzelforschung zu einer Gesamtauswertung zusammen.

Folgende Fragen dienten den verschiedenen Forschungsteilen als Leitfragen und wurden multiperspektivisch untersucht:

  • Wer nimmt aktuell die Angebote des internationalen Jugendaustausches war? (SINUS, Forschungsverbund Freizeitenevaluation/i-EVAL)
  • Welche Jugendlichen bleiben ausgeschlossen? (SINUS, IKO, Forschungsverbund Freizeitenevaluation, TH Köln)
  • Welche Formate sind den Jugendlichen bekannt? (SINUS, IKO)
  • Wie erfahren Jugendliche von Angeboten des internationalen Jugendaustauschs? (SINUS, IKO, Forschungsverbund Freizeitenevaluation)
  • Was sind die Beweggründe für eine Teilnahme? (SINUS)
  • Was sind Schwierigkeiten und Sorgen von Teilnehmenden vorab, welche Erwartungen an den Aufenthalt haben sie und welche tatsächlichen Erfahrungen machen sie? (SINUS, IKO, Forschungsverbund Freizeitenevaluation, TH Köln)
  • Was sind persönliche und strukturelle Hemmnisse für eine Teilnahme? (IKO, TH Köln)
  • Wer hat Interesse an einer Teilnahme? (SINUS, IKO)
  • Welche Folgerungen sind aus den Erkenntnissen zu ziehen?